„Überraschende Wende im Prozess um vermeintliche Polizeigewalt“ (TLZ)

Auch in der TLZ-Wochenendausgabe erschien ein kleiner Artikel, der einen Rückblick auf den Prozess im Fall „Weimar im April“ wirft. Wir spiegeln den Text an dieser Stelle. (via)

Überraschende Wende im Prozess um vermeintliche Polizeigewalt

Paukenschlag im sogenannten „Weimar im April“-Prozess: Der Prozess gegen drei junge Menschen ist nach fünf Prozesstagen ohne ein Urteil eingestellt worden.
Der Prozess gegen drei Weimarer Jugendliche, die der Polizei Gewalthandlungen vorwarfen, wurde überraschend eingestellt. Foto: Uli Deck Der Prozess gegen drei Weimarer Jugendliche, die der Polizei Gewalthandlungen vorwarfen, wurde überraschend eingestellt.
Weimar. Die drei Weimarer warfen der Polizei Gewalthandlungen in ihren Gewahrsamszellen im April 2012 vor. Bislang glaubte die Staatsanwaltschaft den jungen Menschen nicht, weshalb sie wegen Verleumdung angeklagt waren. Nun ließ die Staatsanwaltschaft die Anklage für alle drei Personen fallen. Die Verteidigung fordert, dass nun Anklage gegen die Polizisten wieder aufgenommen wird. Sie sollen für eine lange Armwunde sowie Tritte und Schläge verantwortlich sein. Ein Beweisfoto von der Armwunde konnte durch das frühzeitige Ende des Verfahrens nicht mehr von einem Gutachter in Augenschein genommen werden. Die Ermittlungen gegen die Beamten waren nach wenigen Monaten eingestellt worden (wir berichteten). Der Prozess wurde unter anderem von Helmut Krause, Menschenrechtsbeauftragter der Ärztekammer Thüringen und Rolf Gössner, Vizepräsident der Internationalen Liga der Menschenrechte, beobachtet und hatte bundesweit Aufsehen erregt.

TLZ WEIMAR 04.04.15