Artikel zur Einstellung des Verfahrens (TLZ)

Wir spiegeln einen Artikel über die Einstellung des Prozesses im Fall „Weimar im April“ aus der TLZ vom 02.04.2015 (via).

Amtsgericht stellt Verhandlung wegen Vortäuschens einer Straftat ein

Weimar. Das Verfahren gegen drei junge Leute aus Weimar wegen Vortäuschens einer Straftat durch Polizeibeamte ist beendet.

Das Amtsgericht Weimar teilte am Donnerstag mit, dass in der vorliegenden Strafsache keine Hauptverhandlungstermine mehr stattfänden. Die öffentliche Klage gegen den männlichen Beklagten sei zurückgenommen worden. Gegen die verbliebene weibliche Angeklagte sei das Verfahren eingestellt worden. Bereits zuvor hatte der Staatsanwalt auf die Verfolgung der dritten Angeklagten verzichtet, da ihr das Vortäuschen einer Straftat nur schwer nachzuweisen sei.

Die Angeklagten hatten behauptet, sie seien 2012 im Polizeigewahrsam misshandelt worden. Eine interne Untersuchung der Polizei konnte keinen Misshandlungsverdacht feststellen. Die Ermittlungen wurden eingestellt. Die Staatsanwaltschaft erhob dagegen Anklage gegen die jungen Leute wegen Vortäuschens einer Straftat. Nun trat sie den Rückzug an.

Mit Spannung wird jetzt die Reaktion der Verteidigung auf die Einstellung erwartet. Aus dem Umfeld der bisherigen Angeklagten wurde die Information gestreut, man wolle das Verfahren gegen beteiligte Polizeibeamte noch einmal anstrengen.