Bericht der Soligruppe zum Prozessauftakt

Der erste Prozesstag ist vorbei. Um und im Gerichtsgebäude war reichlich Polizei anwesend. Die Kundgebung begann ab 11:30 Uhr und dauerte bis zum Ende der Verhandlung kurz vor 14:00 an. Knapp 40 Leute besuchten die Kundgebung, in den Gerichtssaal konnten nur 22, weil das Gericht keinen grösseren Saal zur Verfügung stellte.

In der von Richter Götz geleiteten Verhandlung wurde zunächst die Anklageschrift durch Staatsanwalt Kästner-Hengst verlesen (Vorwurf: Vortäuschen einer Straftat und falsche Verdächtigungen). Anschließend konnten die Betroffenen eine Erklärung abgeben, in der sie den Missstand benannten, dass ihnen als Opfer von Polizeigewalt hier nun der Prozess gemacht werden soll, außerdem ordneten sie ihre Erlebnisse in einen größeren Zusammenhang, welcher strukturelle Übergriffe der Polizei ermöglicht und verschleiert. Diese Umstände zogen in Weimar seit der Hetzjagd auf den sogenannten ,,Feuerteufel“ tragische und schwerwiegende Konsequenzen nach sich (die Erklärung wird demnächst veröffentlicht).

Weiterhin stellten die Anwälte zusätzliche Beweisanträge. Es werden mehr Polizisten in dem Prozess vorgeladen werden und Gutachten von Sachverständigen sollen eingebracht werden.

Ein kleines Bonbon war, dass zwei zivile Beamte auf Antrag der Verteidigung des Raumes verwiesen wurden. Unter Protest (,,Wir sind Öffentlichkeit“) mussten sie den Saal verlassen, da selbst der Staatsanwalt ihre Anwesenheit mit dem Satz quittierte: ,,Wir brauchen hier drinnen keine Kavallerie“.