Archiv für März 2014

Vermummt und gewaltbereit – Ausstellung im Lichthaus Kino

Den ganzen April über ist in Weimar eine Ausstellung über Polizeigewalt zu sehen. Am Freitag den 4.4. findet die Ausstellungseröffnung um 18 Uhr im Lichthaus (am Kirschberg 4) statt.

 

Austellungsflyer

Redebeitrag auf der Kundgebung am 08.02.2014

Gehalten von einem Mitglied der Soli-Gruppe „Weimar im April“ auf der Kundgebung gegen den Naziaufmarsch am 08.02.2014

Wenn heute Neonazis durch Weimar marschieren, um den Opfern der Bombardierung Weimars durch die alliierten Streitkräfte kurz vor Ende des zweiten Weltkriegs zu gedenken, dann stellt sich für bürgerliche Kräfte und auch für Linke eine prinzipielle Frage, wie mit einer Erinnerung an die Bombardierung deutscher Städte im zweiten Weltkrieg umzugehen ist. Es ist nicht zu verleugnen, dass es bei der Bombardierung Weimars auch unschuldige Opfer gab – die KZ-Häftlinge, die in den Rüstungsbetrieben arbeiten mussten und denen kein Zugang zu Luftschutzbunkern gewährt wurde, gehören dazu – ihnen muss an einem solchen Tag das Gedenken gelten. Aber auch wenn man bedenkt, dass die Mehrheit der Weimarer Bevölkerung sich gerade durch die Nähe zu Buchenwald mitschuldig an den Verbrechen des Nationalsozialismus gemacht hat, so kann man den Überlebenden und Nachkommenden wohl kaum die Trauer über Verwandte oder Freunde absprechen, die während der Bombardierung ums Leben gekommen sind. Nur – wer über solch individuelle Trauer hinausgeht und die Deutschen im Allgemeinen als Opfer im zweiten Weltkrieg anerkannt wissen will – der arbeitet, ob als Nazi oder als rechtschaffener Bürger, an einer Rehabilitierung und Tradierung der Volksgemeinschaft als Schicksalsgemeinschaft, deren Kitt in Deutschland immer der Vernichtungswille gegenüber den Juden gewesen ist. (mehr…)